Bremen setzt Zeichen gegen Atomwaffen am Rathaus
Vor dem Rathaus in Bremen (Bundesland Bremen) weht am 8. Juli wieder die Flagge der Organisation „Mayors for Peace“. Mit dieser Aktion zeigt die Stadt ihre Solidarität mit der Ukraine und setzt sich für eine Welt ohne Atomwaffen ein. Bremen ist damit Teil eines großen Netzwerks, in dem allein in Deutschland über 500 Städte dieses Jahr mitmachen.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte erklärte, dass die Gefahr durch Atomwaffen durch den Krieg in der Ukraine wieder deutlich zugenommen habe. Weltweit gäbe es mehr als 12.700 dieser Waffen. Ein Einsatz würde eine Katastrophe für die Menschheit bedeuten. Deshalb fordert die Stadt, dass die nukleare Abrüstung nicht zum Stillstand kommt und mehr Staaten dem Atomwaffenverbotsvertrag beitreten.
Der Hintergrund der Aktion ist ein Urteil des Internationalen Gerichtshofes aus dem Jahr 1996. Damals wurde festgestellt, dass der Einsatz oder auch nur die Androhung von Atomwaffen gegen das Völkerrecht verstößt. An den Flaggentag soll an diese Entscheidung erinnert werden.
Die Organisation „Mayors for Peace“ wurde bereits 1982 vom Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Mittlerweile gehören über 8.170 Städte weltweit dazu, davon mehr als 830 in Deutschland. Die Gruppe setzt sich vor allem für die Abschaffung von Massenvernichtungswaffen ein. Erst kürzlich gab es in Wien eine Konferenz zu diesem Thema, bei der auch Überlebende der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki von ihren Erfahrungen berichteten.