Bremen: Politik und Wirtschaft planen gegen Ukraine-Folgen
Im Rathaus von Bremen (Freie Hansestadt Bremen) haben sich der Senat und die Leitung der Handelskammer zusammengesetzt. Das Treffen am 3. Mai 2022 diente dazu, den engen Kontakt zwischen der Politik und den Unternehmern zu pflegen. Bürgermeister Andreas Bovenschulte betonte, dass dieses Vertrauen schon während der Corona-Pandemie geholfen habe, die Stadt durch die Krise zu steuern. Jetzt soll diese Zusammenarbeit genutzt werden, um die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine abzufedern.
Besonders die Häfen in Bremen und Bremerhaven sind betroffen. Da Russland bisher ein wichtiger Partner für den Import und Export war, rechnen die Verantwortlichen mit großen Einbußen beim Umschlag. Seit Ostern dürfen Schiffe unter russischer Flagge die Häfen nicht mehr anlaufen. Zudem gibt es Probleme bei den Lieferketten und Rohstoffen. Um den Firmen zu helfen, gibt es eine gemeinsame Kontaktstelle für Lieferketten sowie einen Krisenstab der Handelskammer, in den auch die Senatorin für Wirtschaft eingebunden ist.
Neben dem Krieg gibt es weitere Baustellen. Die Energie- und Rohstoffpreise steigen, und es fehlen immer mehr Fachkräfte. Deshalb will die Stadt die Gewerbeflächen anpassen. Der Gewerbeentwicklungsplan 2030 wird gerade überarbeitet, weil Digitalisierung und Klimawandel die Anforderungen an die Betriebe verändern. Für die Innenstadt gibt es mit der Strategie "Centrum Bremen 2030+" einen Plan mit etwa 150 Maßnahmen. Damit soll der Einzelhandel gestärkt und die City attraktiver für Gäste und Arbeiter werden.
Um unabhängig von russischem Gas und Öl zu werden, setzt Senatorin Maike Schaefer auf den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik, vor allem in Gewerbegebieten. Gleichzeitig will die Stadt auf neue Technologien setzen. Projekte zu Wasserstoff, Leichtbau und digitale Hubs sollen die Zukunft sichern und neue Arbeitsplätze schaffen. Auch bei der Ausbildung wird nachgebessert: Die Jugendberufsagentur hat mehr Personal bekommen, und Programme wie "Erasmus+" sollen Jugendlichen den Start ins Berufsleben erleichtern.
Ob die geplanten Maßnahmen ausreichen, um den Wirtschaftsstandort langfristig zu sichern, wird die Zeit zeigen. Die Zusammenarbeit zwischen Senat und Kammer soll nun eng fortgesetzt werden.