Bremen kämpft gegen steigende Kosten beim Wohnungsbau
In Bremen (Stadtstaat Bremen) haben sich Bürgermeister Andreas Bovenschulte, die Bausenatorin Maike Schaefer und die Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt mit Vertretern aus der Bauwirtschaft und Mieterverbänden getroffen. Es war das zwölfte Treffen des sogenannten Bündnisses für Wohnen. Die Stimmung war zwiegespalten: Mit dem, was bisher geschafft wurde, sind alle zufrieden. Doch der Blick in die Zukunft macht den Beteiligten Sorgen.
Die Gründe dafür sind bekannt. Der Krieg in der Ukraine hat die Energiepreise in die Höhe getrieben. Dazu kommen gestörte Lieferketten, teurere Baustoffe und steigende Zinsen. Das alles macht es schwierig, neue Wohnungen zu bauen, obwohl der Bedarf an günstigen Wohnungen in der Stadt nach wie vor riesig ist.
Um gegenzusteuern, hat der Senat am 20. September ein neues Förderprogramm gestartet. Es geht um insgesamt 48,95 Millionen Euro. Der Großteil, also 46,7 Millionen Euro, fließt direkt in den Neubau. Etwa 2,25 Millionen Euro sind dafür gedacht, dass bestehende Sozialwohnungen länger preisgebunden bleiben oder die Stadt sie ankaufen kann. Besonders wichtig ist dabei der neue Energiehausstandard 40. Die Wohnungen sollen durch Gründächer und Photovoltaik so modern werden, dass die Mieter weniger Geld für Energie ausgeben müssen.
Insgesamt hat der Senat in dieser Periode bereits vier solcher Programme mit einem Volumen von 300 Millionen Euro aufgelegt. Das Ziel ist es, die Bauwirtschaft zu stützen, während landesweit viele Projekte gestoppt werden. Bisher konnten so über 100 Projekte mit mehr als 5.700 Wohnungen realisiert werden. Davon sind mehr als 2.900 geförderte Wohnungen.
Neben dem Geld setzt die Stadt auf neue Ideen. Es sollen mehr Baulücken genutzt werden und alternative Wohnformen wie Tiny Houses oder Baugemeinschaften gefördert werden. Große Projekte wie das Tabakquartier oder der Neustadtsgüterbahnhof machen Fortschritte. Zudem will Bremen im Bundesrat erreichen, dass die Kommunen ein stärkeres Vorkaufsrecht bei großen Immobilien bekommen.
Bürgermeister Bovenschulte und die Senatoren wollen nun die Bürokratie abbauen. Planungen und Genehmigungen sollen schneller gehen, damit das Bauen effizienter wird. Bausenatorin Schaefer kritisierte jedoch, dass bisher fast nur städtische Gesellschaften Sozialwohnungen bauen. Sie fordert, dass sich die gesamte Bauwirtschaft an dieser Aufgabe beteiligt.
Ob die Maßnahmen ausreichen, um die Inflation und die hohen Zinsen abzufedern, wird die Zeit zeigen. Die Ermittlungen zu weiteren Förderwegen dauern an.