Bremen fordert gemeinsame Strategie für deutsche Häfen
Bürgermeister Andreas Bovenschulte war in Berlin bei einer Auftaktveranstaltung zur „Nationalen Hafenstrategie“. Er sprach dort nicht nur als Chef von Bremen, sondern auch als Vorsitzender der Konferenz Norddeutschland. Sein Kernanliegen: Die Häfen im Norden dürfen nicht gegeneinander arbeiten, sondern müssen sich zusammenschließen.
Bovenschulte sieht die Gefahr vor allem in den Niederlanden und Belgien. Die Häfen in Rotterdam, Antwerpen und Amsterdam seien so stark, dass deutsche Standorte nur gemeinsam dagegen bestehen könnten. Wenn man sich weiterhin in „Kleinstaaterei“ verliere, gehe wertvolle Arbeit und Geld aus Deutschland verloren. Eine gemeinsame Strategie sei daher die einzige Chance, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Besonders wichtig sei diese Zusammenarbeit jetzt, weil sich die Welt verändert. Die Art und Weise, wie Deutschland Energie und Lebensmittel importiert, stecke mitten in einem radikalen Umbruch. Während man an der Küste schon immer wusste, wie wichtig die Häfen sind, werde dies nun für ganz Deutschland und Europa sichtbar. Die Versorgungssicherheit des Landes hänge direkt davon ab, wie gut die Häfen funktionieren.
Der Bund hat nun den Startschuss gegeben, um diese nationale Strategie auszuarbeiten. Bovenschulte begrüßt diesen Schritt ausdrücklich. Es bleibt nun abzuwarten, welche konkreten Maßnahmen in der Strategie festgehalten werden und wie die Zusammenarbeit der norddeutschen Standorte in der Praxis aussehen wird.