Bremen feiert 100 Jahre Arbeitnehmerkammer
Die Arbeitnehmerkammer Bremen hat ihren 100. Geburtstag gefeiert. Die Party fand am Abend des 27. Juni 2022 in der Oberen Rathaushalle in Bremen (Deutschland) statt. Eigentlich hätte die Feier schon früher stattfinden sollen, doch wegen der Corona-Pandemie musste das Fest nachgeholt werden. Bürgermeisterin Maike Schaefer begrüßte die rund 230 geladenen Gäste.
Die Kammer wurde vor einem Jahrhundert in einer ziemlich unruhigen Zeit gegründet, am Anfang der Weimarer Republik. Damals gab es noch zwei getrennte Kammern für Arbeiter und Angestellte. Im Jahr 2000 wurden diese dann zur heutigen Arbeitnehmerkammer verschmolzen. Präsident Peter Kruse betonte bei der Feier, dass die Aufgabe der Kammer heute noch genauso wichtig sei wie damals: Die Interessen der Beschäftigten zu vertreten.
Besonders wichtig ist das Thema Weiterbildung. Die Politik und die Kammer wollen gemeinsam eine sogenannte Qualifizierungsoffensive starten. Das bedeutet konkret, dass es ein Modellprojekt für ein Recht auf Weiterbildung geben soll. Damit die Leute das auch machen können, soll es eine Regelung für die Lebenshaltungskosten während der Lernzeit geben sowie einen Qualifizierungs-Bonus.
Zudem wird geprüft, ob es eine „Transitionsgesellschaft“ geben kann. Das ist ein Angebot für Menschen, die ihren Job verlieren, weil in ihrer Branche gerade alles umgebaut wird. Ziel ist es, diesen Leuten durch Umschulungen einen sicheren Wechsel in einen anderen Beruf zu ermöglichen.
Auch beim Geld gibt es Neuigkeiten. Bremen hat schon länger einen eigenen Mindestlohn für öffentliche Aufträge. Dieser steigt in diesem Jahr auf 12,29 Euro. Außerdem wurde beschlossen, dass dieser Lohn an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gekoppelt wird. Damit soll sichergestellt werden, dass die Bezahlung bei öffentlichen Aufträgen fair bleibt, egal wie hoch der Auftragswert ist.