Bremen empfängt Delegation aus französischer Gemeinde Murat
Im Bremer Rathaus (Stadtstaat Bremen) fand am 9. November 2022 wieder die Nacht der Jugend statt. Die Veranstaltung erinnert an die Opfer der Reichspogromnacht von 1938. In diesem Jahr gab es besondere Gäste: Eine Delegation aus der französischen Gemeinde Murat reiste an. Bürgermeister Andreas Bovenschulte begrüßte die Gruppe persönlich.
Die Verbindung zwischen Bremen und Murat ist eine traurige. Im Sommer 1944 griffen Widerstandskämpfer in Murat eine deutsche SS-Einheit an. Die Wehrmacht reagierte hart, umzingelte den Ort und nahm die Männer fest. Viele von ihnen kamen zuerst ins KZ Neuengamme und später in das Außenlager Farge. Dort mussten sie unter unmenschlichen Bedingungen den Bunker Valentin bauen. Von 119 Männern aus Murat überlebten nur 34 diese Zeit.
Unter den Gästen war auch Benoît Parret. Er ist der Präsident eines Verbandes für Hinterbliebenen und der Enkel eines Mannes, der damals in Bremen starb. Parret setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Geschichte nicht vergessen wird und dass es keinen Platz für Ausgrenzung oder Holocaustleugnung gibt. Für Bürgermeister Gilles Chabrier aus Murat war es nicht der erste Besuch in der Hansestadt; er war bereits 2015 und 2019 hier.
Ein wichtiger Teil der Versöhnung ist die Arbeit mit jungen Menschen. Bereits 2019 waren Schüler aus Murat in Bremen und besuchten gemeinsam mit Jugendlichen aus der Stadt den Bunker Valentin und das KZ Neuengamme. Eigentlich sollte daraus ein regelmäßiger Austausch werden, doch die Corona-Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. Jetzt soll der Plan wieder aufgegriffen werden: Geplant sind zwei Reisen pro Jahr, bei denen Jugendliche abwechselnd zwischen Bremen und Murat reisen.
Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.