Bremen ehrt indische Frauenrechtlerin mit Solidaritätspreis
In der Oberen Rathaushalle in Bremen (Freie Hansestadt Bremen) gab es am Montag einen festlichen Empfang. Dort überreichte Bürgermeister Andreas Bovenschulte den 17. Bremer Solidaritätspreis an Rukmini Vaderapura Puttaswamy. Die Frauenrechtlerin kommt aus Bangalore in Indien. Zusammen mit einer Skulptur des Bremer Künstlers Bernd Altenstein erhielt sie ein Preisgeld von 10.000 Euro.
Puttaswamy setzt sich seit über zwanzig Jahren für die Menschen in der indischen Textilindustrie ein. Sie hat die Fraueninitiative "Vorwärts marschieren" mitgegründet und leitet die Gewerkschaft Garment Labour Union. In ihrer Rede machte sie deutlich, dass die Lage in den Bekleidungsfabriken oft schlimm ist. Frauen und Kinder würden unterdrückt und die Arbeitsbedingungen würden weltweit immer schlechter. Sie forderte die reichen Industrieländer im Westen auf, mehr Verantwortung für das zu übernehmen, was in den Produktionsländern passiert.
Bürgermeister Bovenschulte lobte den Mut der Preisträgerin. Er sagte, dass ihr Einsatz die Missstände öffentlich macht. Damit sei auch die internationale Gemeinschaft gemeint. Er kritisierte Modekonzerne, die ihre Lieferketten nicht prüfen, und sprach auch die Konsumenten an, die durch ihr Kaufverhalten zur Ausbeutung beitragen. Die Politik müsse hier mit Gesetzen gegensteuern. In diesem Zusammenhang begrüßte Bremen das neue Lieferkettengesetz, das am 1. Januar 2023 endgültig in Kraft tritt.
Die Laudatio bei der Feier hielt Monika Hauser. Sie ist Gründerin von medica mondiale und hat selbst bereits den alternativen Nobelpreis erhalten.
Der Bremer Solidaritätspreis wird alle zwei Jahre verliehen. Er soll Menschen oder Gruppen unterstützen, die gegen Ungerechtigkeit, Rassismus und für die Menschenrechte kämpfen. Das Geld für den Preis kommt aus der Senatskanzlei und einer privaten Stiftung.