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Bremen: Bürgermeister Bovenschulte spricht vor Verdi-Delegierten

Bürgermeister Andreas Bovenschulte besuchte die Konferenz der Gewerkschaft Verdi. Dabei ging es vor allem um den Mindestlohn und den Mangel an Fachkräften.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte war am Samstag Gast auf der Bezirksdelegiertenkonferenz der Gewerkschaft Verdi in Bremen (Stadtstaat Bremen). In seiner Rede sprach er über den Landesmindestlohn, den es in Bremen bereits seit zehn Jahren gibt. Er betonte, dass Bremen hier eine Vorreiterrolle eingenommen habe, was später auch zum gesetzlichen Mindestlohn für ganz Deutschland geführt habe.

Besonders jetzt, wo die Energiepreise steigen und alles teurer wird, sei ein Mindestlohn extrem wichtig. Bovenschulte wies darauf hin, dass dies auch eine Frage der Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen sei. 60 Prozent der Menschen im Niedriglohnsektor sind Frauen, oft sind sie alleinerziehend. Der Anteil der Frauen in diesen schlecht bezahlten Jobs ist um die Hälfte höher als bei den Männern.

Der Bürgermeister sagte aber auch deutlich, dass der Mindestlohn allein nicht reiche. Er behebe nur die Folgen, weil es zu wenige Tarifverträge gebe. In den Branchen mit niedrigen Löhnen seien nur wenige Arbeiter durch solche Verträge geschützt. Gute Tarifverträge seien der beste Schutz für den Lohn. Deshalb müsse die Politik dafür sorgen, dass es wieder mehr tarifgebundene Arbeitsplätze gibt. Eine Idee ist dabei, es einfacher zu machen, Tarifverträge allgemein verbindlich zu erklären.

Ein weiteres großes Thema war der Fachkräftemangel. Das sei eine der wichtigsten Aufgaben für die kommenden Jahre, nicht nur in Bremen, sondern in ganz Deutschland. Um mehr Fachkräfte zu gewinnen, müsse man die berufliche Bildung stärken und die Ausbildung besser an die Bedürfnisse anpassen. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse einfacher werden.

Um die Betriebe zu unterstützen, plant der Senat einen neuen Ausbildungsfonds. Dieser soll solidarisch von der Wirtschaft finanziert werden. Vor allem kleine Betriebe sollen so Hilfe bekommen, um eigene Fachkräfte auszubilden. Das Geld könnte dann auch für Sprachförderung oder für soziale und psychologische Betreuung genutzt werden.

Quelle: Rathaus Bremen – zur Originalmeldung

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