Bremen bekommt zweites Weltraumlabor für die Forschung
In Bremen (Bundesland Bremen) gibt es jetzt eine wichtige Verstärkung für die Weltraumforschung. Im Technologiepark wurde der sogenannte GraviTower Bremen Pro offiziell vorgestellt. Bürgermeister Andreas Bovenschulte besuchte die Präsentation am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen.
Bisher gab es in Bremen vor allem den bekannten Fallturm. Der ist zwar spektakulär, aber die Kapazitäten reichten oft nicht aus. Die Forscher wollten mehr Versuche in kürzerer Zeit machen. Genau hier setzt der neue GraviTower an. Er ist 16 Meter hoch und ergänzt den Fallturm perfekt.
Das Besondere am GraviTower ist die Geschwindigkeit. Während man im Fallturm lange warten muss, weil erst ein Vakuum erzeugt werden muss, funktioniert der GraviTower anders. Er nutzt ein Schienensystem und einen Seilantrieb. Ein Schlitten beschleunigt die Experimentkapsel so schnell, dass der Luftwiderstand kaum eine Rolle spielt. Dann wird die Kapsel für 2,5 Sekunden komplett losgelassen und schwebt im freien Fall. Danach wird sie wieder eingefangen und abgebremst.
Das bringt einen riesigen Vorteil: Die Wissenschaftler können bis zu 960 Experimente an einem einzigen Tag durchführen. Das ist eine extrem hohe Wiederholungsrate. Zudem passen die Kapseln aus dem Fallturm auch in den GraviTower. Man muss die Versuche also nicht mühsam umbauen, sondern kann sie einfach von einer Anlage auf die andere übertragen.
Obwohl die offizielle Präsentation erst jetzt stattfand, ist der Tower schon im Einsatz. Seit dem 9. März 2022 testen Forscher dort Dinge aus der Biologie, der Gravitationsphysik und der Feuersicherheit. Mit der neuen Technik will Bremen seine führende Rolle in der Weltraumforschung weltweit absichern.
Weitere Details zu den aktuellen Projekten finden Interessierte auf der Webseite des ZARM.