Bodensee: Polizei und DLRG warnen vor Gefahren
Wer in Konstanz (Baden-Württemberg) in den Bodensee springt, sollte vorsichtig sein. Ein strahlender Tag bedeutet nicht automatisch, dass alles sicher ist. Plötzliche Föhnlagen können schnell für Sturm und hohe Wellen sorgen. In solchen Momenten müssen Schwimmer, Kanufahrer und Paddler das Wasser sofort verlassen, da die Sicht schnell schlecht wird.
Auch der Einstieg ins Wasser ist riskant. Wer völlig überhitzt oder nach einer schweren Mahlzeit direkt hineinspringt, riskiert einen Kreislaufschock oder Krämpfe. Die Experten raten deshalb, Arme, Beine und Nacken erst langsam mit Wasser zu benetzen. Wer im Wasser einen Krampf bekommt, sollte Ruhe bewahren, sich auf den Rücken drehen und laut um Hilfe rufen. Andere Badegäste müssen solche Rufe ernst nehmen und sofort die 112 anrufen.
Besonders gefährlich ist es für Kinder und Nichtschwimmer. Luftmatratzen oder aufblasbare Tiere helfen nicht gegen das Ertrinken und treiben bei Wind schnell ab. Eltern müssen ihre Kinder daher immer aktiv beaufsichtigen. Zudem fällt der Boden des Sees an vielen Stellen sehr steil ab, was für Ungeübte lebensgefährlich sein kann.
Ein weiteres Risiko ist der dichte Schiffsverkehr. Wer außerhalb der Badezonen schwimmt, wird von Booten oder Fähren leicht übersehen. In Schifffahrtslinien oder Hafeneinfahrten zu schwimmen, ist streng verboten. Wer weiter als 300 Meter vom Ufer weg schwimmt, muss gesetzlich eine Schwimmboje mitführen, damit er besser gesehen wird.
Auch an Land gibt es Gefahren. Die Polizei warnt davor, von Ufermauern zu springen, zum Beispiel im Herosepark. Da der Wasserstand derzeit niedrig ist, besteht die Gefahr, auf den Grund aufzuschlagen. Zudem sind Steine am Ufer oft glitschig und algig.
Wer auf dem Wasser unterwegs ist, muss Regeln beachten. Motorboote brauchen eine Zulassung. SUPs oder Paddelboote müssen mit Namen und Adresse des Besitzers beschriftet sein. Wer im Seerhein oder Hochrhein schwimmt, darf die starke Strömung nicht unterschätzen. Zudem breiten sich im flachen Wasser Quagga-Muscheln aus. Deren scharfe Schalen können tiefe Schnittwunden verursachen, weshalb Badeschuhe sinnvoll sind.
Die DLRG betreibt an einigen Stellen Wachstationen. Die Retter empfehlen dringend, nur an diesen bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen. Weitere Infos zu den Zeiten und sicheren Orten gibt es direkt bei den Ortsgruppen der DLRG.