Bochum: Verdächtiger Koffer sorgt für Chaos am Hauptbahnhof
Am 11. April kam es am Hauptbahnhof in Bochum (Nordrhein-Westfalen) zu einem ungewöhnlichen Einsatz. Gegen 14:20 Uhr wurde die Leitstelle der Bundespolizei in Dortmund informiert: In einem Zug der Linie RE41 auf Gleis 2 stand ein Koffer, zu dem niemand zu finden war.
Die Beamten vor Ort konnten den Inhalt des Koffers nicht sehen, da er mit einem Vorhängeschloss fest verschlossen war. Da es keine Hinweise auf einen Besitzer gab, konnten die Polizisten eine Gefahr nicht ausschließen. Deshalb räumten sie den Zug sofort und sperrten die Gleise 1, 2, 3 und 4. In diesem Bereich kam der gesamte Zugverkehr zum Stillstand.
Kurz darauf trafen die Entschärfer der Bundespolizei ein. Die Spezialkräfte machten zuerst Röntgenbilder von dem Koffer und öffneten ihn dann vorsichtig. Erst danach konnten sie Entwarnung geben: Der Koffer war harmlos. Im Inneren fanden die Beamten jedoch keine Dokumente oder Gegenstände, die Aufschluss über den Eigentümer gegeben hätten.
Um herauszufinden, wer den Koffer vergessen hat, sicherten die Polizisten die Videoaufzeichnungen aus dem Zug. Erst danach wurden die Sperrungen an den Gleisen wieder aufgehoben. Der Einsatz hinterließ ein Chaos im Fahrplan: Drei Züge fielen komplett aus, sieben fuhren nur teilweise und 12 Züge hatten Verspätungen. Insgesamt summierten sich die Verzögerungen auf 165 Minuten.
Die Bundespolizei warnt nun alle Reisenden davor, ihr Gepäck unbeaufsichtigt zu lassen. Das sei nicht nur wegen Diebstahls gefährlich, sondern könne auch teuer werden. Wer sein Gepäck vergisst, soll sich sofort an die Reiseauskunft oder das Bahnunternehmen wenden. Die Polizei weist darauf hin, dass die Kosten für solche Einsätze vom Verursacher zurückgefordert werden können.
Die Ermittlungen zur Identität des Kofferbesitzers dauern an.
Quelle: Bundespolizeidirektion Sankt Augustin – zur Originalmeldung