Bingen rettet Heilig-Geist-Hospital mit Millionen
Das Heilig-Geist-Hospital (HGH) in Bingen am Rhein (Landkreis Mainz-Bingen, Rheinland-Pfalz) stand kurz vor dem Aus. Eigentlich sollte das Geld, das Stadt und Kreis nach der ersten Insolvenz 2024 bereitgestellt hatten, bis 2028 reichen. Doch die Millionen waren schon im Frühjahr 2026 fast weg. Am 1. August wurde deshalb das neue Insolvenzverfahren eröffnet.
Die Lage war kritisch: Es gab keine Investoren und die Verluste stiegen weiter. Sogar die Gehälter für die Mitarbeiter waren für September nicht mehr sicher. Hätten die Politiker nicht gehandelt, hätte das Krankenhaus zum 1. September die Türen schließen müssen.
Am Mittwochabend haben der Binger Stadtrat und der Kreistag Mainz-Bingen nun eine Lösung beschlossen. Im Beisein von Gesundheitsminister Clemens Hoch wurde entschieden, erneut Geld in das Haus zu stecken. Die Stadt Bingen gibt 1,35 Millionen Euro dazu, der Landkreis Mainz-Bingen steuert weitere 1,29 Millionen Euro bei. Im Stadtrat gab es dazu sogar ein einstimmiges Ergebnis.
Das Krankenhaus wird nun zu einer sogenannten Regio-Klinik umgebaut. Das bedeutet: Das Angebot wird kleiner. Eine große Notaufnahme mit Chirurgie, Innerer Medizin und Anästhesie, die rund um die Uhr besetzt ist, gibt es dann nicht mehr, weil das zu teuer wäre. Stattdessen soll die Klinik alltägliche Notfälle abfangen. Geplant sind eine internistische Notaufnahme, bis zu 50 Betten sowie eine Station für Palliativmedizin und Geriatrie. Wer eine chirurgische Behandlung braucht, kann dies weiterhin ambulant im angeschlossenen MVZ tun.
Das Land unterstützt den Umbau mit insgesamt 2,5 Millionen Euro. Oberbürgermeister Thomas Feser räumte ein, dass dies keine ideale Lösung sei, aber eine notwendige. Ohne diesen Schritt wäre die Versorgung vor Ort weggebrochen. Die neue Struktur als Regio-Klinik soll offiziell am 1. Januar 2027 starten.