Biedenkopf: Historische Peitsche im Hinterlandmuseum zu sehen
Im Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf (Landkreis Marburg-Biedenkopf, Hessen) gibt es im August ein neues Highlight. Das Museum zeigt als Exponat des Monats eine alte Peitsche. Sie gehörte Julius Heinzerling, der im Jahr 1900 als Wettläufer beim Grenzgang mitmachte.
Die Geschichte der Peitsche ist eng mit der Familie des Wettläufers verbunden. Da die Läufer ihre Peitsche nach dem Fest behalten dürfen, blieb das Stück über Generationen hinweg in der Familie Heinzerling. Erst vor kurzem stiftete Roland Heck aus Biedenkopf samt Familie die Peitsche an den Grenzgangsverein. Dieser gab sie schließlich an das Museum weiter.
Wer die Peitsche genau betrachtet, sieht Unterschiede zu den heutigen Modellen. Die Form ist eine andere und auch geschwungen wurde sie früher anders. Die Peitsche besteht aus einem Stiel und einer Schnur. Da die Schnur nur noch in Teilen vorhanden war, hat der Grenzgangsverein geholfen, sie fachgerecht zu ergänzen. Der typische Knall entsteht übrigens dadurch, dass die Schlaufe am Ende der Peitsche schneller als der Schall wird.
Die Wettläufer sind beim Grenzgang eine wichtige Rolle. Früher brachten sie vermutlich Nachrichten über. Heute rennen sie peitscheknallend neben dem Zug her. Sie passen auf, dass niemand den Weg abkürzt und die Teilnehmer auf der Grenzlinie bleiben. Außerdem helfen sie beim sogenannten Huppchen, bei dem Leute auf einen Grenzstein gesetzt werden. Die ersten Belege für solche Läufer gibt es bereits aus dem Jahr 1809. Auf Bildern von 1872 tragen sie schon die heutige Kleidung mit Barett und Peitsche.
Passend dazu gibt es im Festsaal des Museums eine Sonderausstellung über den Wald als Lebensraum und Wirtschaftsfaktor. Diese ist noch bis zum 13. September zu sehen und ergänzt die Informationen zum Grenzgang.
Das Exponat des Monats kann von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen zwischen 10 und 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt kostet für Erwachsene vier Euro, für Kinder bis 14 Jahre 2,50 Euro.