Bersenbrück: Betrunkener greift Polizisten mit Messer an
Es begann kurz nach Mitternacht in der Nacht zum Samstag (1. August). Gegen 0.45 Uhr betrat ein 20-jähriger Mann aus Hessen gemeinsam mit einer Frau die Polizeiwache in Bersenbrück (Kreis Osnabrück, Niedersachsen). Die beiden wollten eine Straftat anzeigen, die der Frau passiert war. Der junge Mann hatte wohl getrunken und wurde während des Gesprächs mit den Beamten immer aggressiver.
Die Situation eskalierte, als die Frau plötzlich erklärte, dass sie doch keine Anzeige erstatten wolle. Daraufhin griff der 20-Jährige seine Begleiterin körperlich an. Ein Polizist schritt sofort ein und drängte den Mann beiseite, um die Frau zu schützen. Das löste eine heftige Reaktion aus: Der Verdächtige zog ein Messer aus seiner Jackentasche und stach mehrfach in Richtung des Beamten.
Der Polizist wich zurück in das Dienstgebäude, doch der Mann folgte ihm und stach weiter zu. Der Beamte musste schließlich drohen, seine Dienstwaffe einzusetzen, um den Angreifer auf Distanz zu halten. Auf seiner Flucht durch das Gebäude beschädigte der 20-Jährige unter anderem die Scheibe einer Zwischentür.
Dann griff die Polizei massiv durch. Weitere Kollegen aus dem Gebäude und zwei Streifenwagen eilten zur Hilfe. Die Beamten setzten Pfefferspray ein, brachten den Mann zu Boden und nahmen ihn fest. Die Retter mussten danach sowohl den Verdächtigen als auch mehrere Polizisten behandeln, da das Spray in die Augen gelangt war.
Ein Polizeibeamter war nach dem Vorfall zunächst nicht mehr dienstfähig. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück wertet den Angriff als versuchte gefährliche Körperverletzung. Der Mann wurde einem Haftrichter am Amtsgericht Osnabrück vorgeführt. Ein Haftbefehl wurde jedoch unter bestimmten Auflagen außer Vollzug gesetzt.
Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.