Berlin-Rudow: Trickbetrüger bei Schockanruf festgenommen
Ein 91-jähriger Mann in Berlin-Rudow (Bezirk Neukölln) wurde gestern Nachmittag Opfer eines hinterhältigen Betrugsversuchs. Gegen 14 Uhr erhielt der Senior an seiner Wohnung in der Waltersdorfer Chaussee einen Anruf. Der Mann am Telefon behauptete, die Tochter des Seniors habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Dabei sei ein Kind gestorben.
Um zu verhindern, dass die Tochter ins Gefängnis kommt, forderte der Anrufer eine Kaution. Es ging um einen Betrag im sechsstelligen Bereich. Damit der alte Mann zahlte, wurde er massiv unter Druck gesetzt. Der Betrüger drohte ihm sogar, dass die Familie des toten Kindes die Tochter des Seniors umbringen würde, wenn das Geld nicht schnell floss.
Zwei Stunden später, gegen 16 Uhr, bemerkte eine Zivilstreife des Landeskriminalamts auf der Waltersdorfer Chaussee ein Auto. Der Fahrer fuhr so auffällig, dass die Beamten misstrauisch wurden und dem Wagen folgten. Die Verfolgung führte die Polizei direkt zur Adresse des 91-Jährigen.
Dort kam es zur Festnahme auf frischer Tat. Ein 59-jähriger Mann stieg aus dem Auto aus und nahm durch ein offenes Fenster einen Umschlag entgegen. Währenddessen wartete ein 42-jähriger Komplize im Wagen. Die Polizisten griffen sofort zu und nahmen beide Männer fest.
Bei der Durchsuchung der Verdächtigen fanden die Beamten Gold und Bargeld im fünfstelligen Bereich. Das Geld und die Wertsachen gehörten dem Senior. Die beiden Männer wurden noch am selben Tag einem Ermittlungsgericht vorgeführt. Dort wurde geprüft, ob gegen sie Haftbefehle erlassen werden.
Ob und inwieweit sich die Verdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.