Berlin: Neuer Liederzyklus über jüdische Fluchtgeschichte
In Berlin (Bezirk Steglitz-Zehlendorf) wird ein besonderes Musikstück aufgeführt. Der Liederzyklus trägt den Namen „Susanna Sultana“ und erzählt die wahre Geschichte von Susanna Moshonov, die von 1920 bis 2022 lebte. Sie wurde in Bulgarien als Kind geflohener sephardischer Juden geboren.
Das Werk beleuchtet die schweren Jahre des Zweiten Weltkriegs. Es geht um den Terror der Nazis auf dem Balkan und die Verfolgung jüdischer Menschen. Auch in Bulgarien gab es Arbeitslager, in die unter anderem der Ehemann von Susanna verschleppt wurde.
Nach dem Krieg zog Susanna mit ihrer Familie nach Israel. Dort bekam sie ein Haus, das früher einer arabischen Familie gehört hatte. Susanna spürte in dem Haus die Anwesenheit der vorherigen Besitzerin, einer Mutter, die ihr Heim verlassen musste. Diese unbekannte Frau nannte sie „Sultana“. Diese Verbindung blieb ihr bis an ihr Lebensende wichtig.
Die Enkelin von Susanna, die Sopranistin Alma Sadé, hat diese Geschichte nun in Musik verwandelt. Zusammen mit der Komponistin Elena Kats-Chernin und der Autorin Susanne Felicitas Wolf entstand ein Werk für Sopran und ein Kammerensemble. Es zeigt, wie persönliche Schicksale mit der großen Weltpolitik verknüpft sind.
Das Projekt wurde vom Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf gemeinsam mit dem Beethovenfest Bonn in Auftrag gegeben. Zuvor gab es bereits eine Uraufführung in Bonn.
Die Aufführungen in Berlin finden am 25. und 26. September 2026 jeweils um 19 Uhr statt. Die Tickets kosten 10 Euro und können online über die Seite von Pretix bezogen werden. Mit dabei sind neben Alma Sadé am Sopran auch Musiker an Klavier, Violine, Klarinette, Oud und Kontrabass.