Berlin beschleunigt Gründungen aus der Wissenschaft
Wer in Berlin (Hauptstadt und Land der Bundesrepublik Deutschland) an einer Hochschule eine bahnbrechende Erfindung macht, scheitert oft an den Verträgen. Bisher dauerte es oft viel zu lange, bis die Rechte an einer Idee geklärt waren und eine eigene Firma gegründet werden konnte. Das will die Stadt jetzt ändern.
Zehn Hochschulen, die Charité und zwei Senatsverwaltungen haben sich auf das sogenannte „Berliner IP-Modell“ geeinigt. Das Ziel ist einfach: Die Zeit vom ersten Check der Erfindung bis zur Unterschrift unter dem Vertrag soll höchstens drei Monate dauern. Bisher waren diese Prozesse oft unklar und kompliziert, weshalb Talente und Patente manchmal sogar ins Ausland abwanderten.
Das neue System setzt auf drei feste Bausteine. Zuerst gibt es ein „IP-Audit“, also eine Bestandsaufnahme, wem was gehört. Dann folgt eine „Scorecard“, mit der neutral bewertet wird, wie stark der Schutz der Erfindung im Wettbewerb wirklich ist. Zum Schluss gibt es fünf verschiedene Transfer-Modelle. Die Gründer können wählen, ob sie zum Beispiel Geschäftsanteile abgeben, eine feste Summe zahlen oder eine Nutzungsgebühr entrichten.
Die Startup Factory JUNI hat das Ganze entwickelt und liefert in den ersten drei Monaten passende Vertragsvorlagen und ein Rechtsgutachten. Damit müssen die Gründer das Rad nicht jedes Mal neu erfinden.
Jetzt startet eine dreijährige Testphase. In dieser Zeit wird genau gemessen, ob die Gründungen wirklich schneller gehen und ob die Gründer und Investoren mit dem System zufrieden sind. Die Charité bringt dabei ihre eigenen Erfahrungen ein, da sie bereits ähnliche Schnellverfahren nutzt.
Unterstützt wird das Projekt auch von großen Geldgebern aus der Venture-Capital-Szene. Die Hoffnung ist, dass Berlin so attraktiver für Investoren wird und mehr hochtechnologische Firmen entstehen, die neue Arbeitsplätze schaffen.
Weitere Hochschulen können dem Modell jederzeit beitreten. Die Details zum Ablauf sind ab sofort öffentlich einsehbar.