Berlin: Anklage nach Kugelbomben-Explosion an Silvester
Es geschah kurz nach Mitternacht an Silvester 2025 auf dem Emstaler Platz in Berlin-Tegel (Berlin). Ein damals 17-Jähriger und ein weiterer Mann, der bisher nicht ermittelt werden konnte, platzierten eine sogenannte Kugelbombe in einem Abschussrohr und zündeten diese.
Doch etwas ging schief: Das Rohr stand nicht stabil und kippte zur Seite. Dadurch flog der Sprengkörper nicht in die Luft, sondern waagerecht über den Platz. Die Bombe detonierte genau zwischen den Beinen eines siebenjährigen Jungen.
Die Wucht der Explosion war so stark, dass ein Vordach in der Nähe einstürzte. Insgesamt zwölf Menschen wurden verletzt, einige davon sogar lebensgefährlich. Die Opfer leiden teilweise noch heute unter körperlichen und psychischen Folgen und müssen medizinisch behandelt werden.
Ein weiterer Beteiligter soll den Vorfall mit seinem Handy gefilmt haben. Wer das war, ist bislang nicht bekannt.
Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den inzwischen 19-Jährigen erhoben. Er muss sich vor dem Landgericht Berlin I verantworten. Ihm werden das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, fahrlässige Körperverletzung und ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz vorgeworfen.
Da der junge Mann zum Zeitpunkt der Tat noch 17 Jahre alt war, entscheidet die Jugendkammer über das weitere Verfahren. Die Verhandlungen finden nicht öffentlich statt.
Ob und inwieweit sich die weiteren Beteiligten ebenfalls strafbar gemacht haben, ist derzeit noch ungeklärt. Die Ermittlungen dauern an.