Bergheim: Sabotage an Umspannwerk löst Großalarm aus
Am Abend des 1. September, gegen 20 Uhr, gab es in einem Umspannwerk in Bergheim (Rhein-Erft-Kreis, Nordrhein-Westfalen) eine technische Störung. Zuerst sah es nach einem normalen Defekt aus, doch mehrere Leitungen waren durch einen Kurzschluss ausgefallen. Die Polizei rückte mit vielen Beamten an und stellte schnell fest: Das war kein Zufall, sondern Absicht.
Die Täter hatten wohl einen leitenden Gegenstand an einem Zaun befestigt und ihn gegen die Stromleitungen geschleudert. Das führte zu einer Erdung und starken Lichtblitzen. Durch diesen Vorfall wurden die Kraftwerke Niederaußem und Neurath automatisch abgeschaltet. In den umliegenden Städten und Dörfern kam es laut Polizei jedoch nicht zu nennenswerten Stromausfällen.
Da das Polizeipräsidium Köln gerade in einem anderen Großeinsatz steckte, übernahm das Präsidium Essen noch in der Nacht die Führung. Die Suche nach den Verantwortlichen war massiv: Polizeihubschrauber flogen das Gelände ab, und Beamte der Hundertschaft suchten am Boden nach Beweisen. Spezialisten der Kriminalpolizei sicherten Spuren. Über den Kraftwerken wurden zudem Drohnen gesehen. Die Ermittler gehen davon aus, dass dies Überwachungsgeräte des Netzbetreibers waren.
Ein wichtiger Fund gelang heute Mittag in einem Maisfeld direkt neben dem Gelände. Dort entdeckten die Beamten mehrere Abschussvorrichtungen, die vermutlich für den Angriff genutzt wurden. Die Polizei stuft den Vorfall als Anschlag auf eine kritische Infrastruktur ein. Deshalb wurden an ähnlichen Objekten bereits die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.
Die Ermittler prüfen derzeit, ob es einen Zusammenhang zu den jüngsten Ereignissen in Brandenburg gibt. Die Motivation der Täter ist noch völlig unklar. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage und der Störung öffentlicher Betriebe.
Die Polizei bittet nun um Hilfe. Wer Videos oder Fotos vom Einsatz hat, soll diese im Online-Portal der Polizei hochladen. Ob und wer genau für den Angriff verantwortlich ist, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.