Bautzen: Großer Brand an Batteriespeicher am Schliebenparkplatz
Am Schliebenparkplatz in Bautzen (Sachsen) brennt seit gestern ein Batteriespeicher. Die Feuerwehr wurde am 22. Juli gegen 16:06 Uhr alarmiert. Vor Ort stellten die Retter schnell fest, dass das Feuer viel größer war als zuerst gedacht. Deshalb wurden weitere Kräfte angefordert.
Insgesamt brennen vier Seecontainer einer Anlage, die Strom ins Netz einspeist. Damit das Ganze nicht noch gefährlicher wird, hat die Stadt mit dem Energieversorger die Anlage vom Netz getrennt. Die Feuerwehr versucht nun, die Flammen zu löschen und die Container zu kühlen. Dabei werden bis zu 5.000 Liter Wasser pro Minute eingesetzt.
Das Problem ist eine chemische Reaktion in den Batteriezellen. Diese lässt sich durch das Wasser zwar verlangsamen, aber nicht komplett stoppen. Erst wenn dieser Prozess von selbst vorbei ist, gibt es Entwarnung. Wie lange das dauert, weiß niemand genau, weil es in Deutschland kaum Erfahrungen mit solchen Bränden gibt.
Die Lage war so ernst, dass die Stadt in zwei Etappen insgesamt 42 Menschen evakuieren musste. Ältere Menschen wurden in einem Hotel untergebracht, zudem wurde eine Schule als Notunterkunft genutzt. Viele Betroffene fanden sich selbst eine Bleibe. In der Nacht informierte die Stadt die Menschen über Video-Updates in den sozialen Medien und durch Durchsagen im Stadtgebiet.
Auch für Kinder hatte der Brand Folgen: Der Fichtehort sowie die Kitas Purzelbaum und Löwenzahn blieben heute geschlossen. Die Eltern wurden informiert und eine Notbetreuung organisiert. Auch die Schüler des Förderzentrums am Schützenplatz sind heute nicht in ihrem Hortgebäude.
Aktuell sind rund 76 Einsatzkräfte aus Bautzen und den umliegenden Gemeinden im Einsatz. Zeitweise waren es bis zu 90 Menschen. In dem betroffenen Gebiet gibt es immer noch Verkehrsbeschränkungen. Wer dringend in seine Wohnung muss, zum Beispiel um Medikamente zu holen, soll die Einsatzkräfte vor Ort ansprechen.
Die Feuerwehr misst ständig die Luft, um zu prüfen, ob giftige Stoffe austreten. Auch das Trinkwassernetz wird zusammen mit dem Landratsamt und anderen Stellen überwacht. Bisher gibt es keine Auffälligkeiten, nur ein starker Geruch ist wahrnehmbar. Eine akute Explosionsgefahr besteht laut Einsatzleitung derzeit nicht.
Anwohner mit Fragen können sich an die Hotline des Bürger-Services unter der Nummer 03591 534-0 wenden. Die Einsatzleitung rechnet damit, dass die Arbeiten über den heutigen Tag hinaus anhalten.
Quelle: Bautzen – zur Originalmeldung