Bad Saulgau plant neue Wohngebiete und Bauturbo
In Bad Saulgau (Landkreis Sigmaringen, Baden-Württemberg) soll es einfacher werden, neue Wohnungen zu bauen. Der Technische Ausschuss hat sich am 9. Juli mit dem sogenannten „Bauturbo“ befasst. Das sind Änderungen im Baugesetzbuch, die Genehmigungen schneller machen sollen. In der Innenstadt dürfen Neubauten nun auch dann entstehen, wenn sie nicht exakt in die Umgebung passen.
Die Stadtverwaltung hat dafür ein Konzept erstellt, damit es nicht zu einem „Wildwuchs“ kommt. Wer bauen will, muss zwingend eine Bauberatung in Anspruch nehmen. So behält die Stadt die Kontrolle über das Stadtbild.
Insgesamt gibt es neun Gebiete, in denen bis zu 900 Wohneinheiten entstehen könnten. Der Ausschuss will sich aber erst auf vier Prioritäten konzentrieren. Ganz oben steht das Gebiet Mooshaupten mit bis zu 180 Wohnungen. Danach folgen der „Bogenweiler Blick“ und die „Lachäcker“ in Steinbronnen mit jeweils etwa 70 Einheiten. Beim großen Kampa-Areal, wo theoretisch 400 Wohnungen Platz hätten, wird noch diskutiert, wie dicht dort gebaut werden soll.
Neben dem Bauen gibt es Neuigkeiten bei den Stadtwerken. Der Jahresabschluss für 2025 zeigt ein Minus von rund 35.000 Euro. Grund dafür sind teure langfristige Verträge für Strom und Gas, um die Versorgung sicherzustellen. Die Stadtwerke haben diese Kosten nicht komplett an die Kunden weitergegeben. Zudem floss viel Geld in den Breitbandausbau, der zwar läuft, aber noch kaum Geld einbringt.
Für die Wärmeversorgung gibt es ein neues Projekt: Die „Saulgauer Wärme GmbH & Co. KG“ soll ein Nahwärmenetz aufbauen. Der Ausschuss empfahl, dass die Firma öffentliche Flächen für den Leitungsbau nutzen darf.
Zuletzt geht es um die Abwasserentsorgung. Die Steuerung im Klärwerk aus den 1980er-Jahren wird komplett ausgetauscht. Das Projekt ist am Ende sogar knapp 118.000 Euro günstiger als geplant. Zudem fließen 45.000 Euro in Beratungen für die Erneuerung der Innenstadt.