Bad Kissingen: Historische Schätze für das Stadtarchiv
Josef und Valentin Meder vom Bestattungshaus Meder haben dem Stadtarchiv in Bad Kissingen (Bayern) eine Sammlung aus alten Büchern und Dokumenten übergeben. Die Familie hatte die Stücke über Generationen hinweg aufbewahrt. Nun liegen sie sicher in der „Villa Bringfriede“ in der Promenadestraße und können dort von Forschern oder interessierten Bürgern eingesehen werden.
Ein besonderes Highlight sind die Unterlagen der Möbelmanufaktur „Kugelmann & Pappenheimer“. Die Firma wurde 1878 gegründet und war früher sehr erfolgreich. In ihrer besten Zeit beschäftigte sie zehn Gesellen und sechs Holzbildhauer. Die Möbel, von reich verzierten Renaissancestücken bis hin zu französischen Stilmöbeln, wurden sogar ins Ausland verkauft. Damals gab es einen Ausstellungsraum in der Maxstraße 4, wo heute der Bayerische Hof steht.
Die Geschichte der Firma zeigt aber auch die dunklen Seiten der Stadtgeschichte. Karl Pappenheimer kam 1903 nach Bad Kissingen und heiratete Flora Kugelmann. Beide wurden 1941 aus Berlin deportiert und ein Jahr später im Vernichtungslager Kulmhof ermordet. Nur ihrer Tochter Ina gelang die Flucht in die USA. Auch die Familie Kugelmann wurde während der NS-Zeit schikaniert und verließ die Stadt Ende der 1930er-Jahre.
Neben den Firmenunterlagen schenkte die Familie Meder auch alte Romane. Diese stammen aus örtlichen Buchhandlungen, die vor dem Ersten Weltkrieg Leihbüchereien betrieben hatten. Die Bücher geben heute einen guten Einblick darin, was die Menschen damals gerne gelesen haben.
Die Übergabe fand im Beisein der Historikerin Birgit Schmalz und Peter Weidisch, dem Leiter der Abteilung für Kultur, Bildung und Soziales, statt.