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Bad Homburg: Film über jüdischen Unternehmer in Villa Wertheimber

Das Stadtarchiv und die Initiative Stolpersteine zeigen am 3. September eine Dokumentation über Arthur Abelmann und seine Familie.

In der Villa Wertheimber in Bad Homburg (Hessen) gibt es am Donnerstag, den 3. September 2026, einen besonderen Abend. Um 18 Uhr wird dort der Dokumentarfilm „Shifting Paths“ gezeigt. Der Eintritt für die Veranstaltung ist frei. Nach dem Film, der etwa 41 Minuten dauert, können die Besucher gemeinsam ins Gespräch kommen. Da der Film auf Englisch ist, gibt es deutsche Untertitel.

In dem Film geht es um das Leben von Arthur Abelmann. Er war Chemiker und Apotheker und gründete am 15. November 1920 in Bad Homburg die „Chemisch-Pharmazeutische AG“. Das Unternehmen wuchs schnell und zog 1927 nach Frankfurt um. Dort wurde die Firma sehr erfolgreich. Bekannt wurde sie vor allem durch Produkte auf Kamillenbasis, wie zum Beispiel Kamillosan, Spirobismol und Transpulmin.

Doch mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten änderte sich alles. Im Jahr 1933 gab es Boykotte gegen jüdische Betriebe, weshalb Abelmann gezwungen war, von seiner Firma zurückzutreten. Kurz darauf übernahmen die Degussa und die IG Farben das Unternehmen. Abelmann floh mit seiner Familie in die Schweiz, wo er wenig später starb. Seine Witwe, die Kinder und seine alte Mutter konnten 1939 schließlich nach New York auswandern.

Der Film zeigt den Weg von Abelmann von seiner Jugend in Riga über den Ersten Weltkrieg bis hin zum Kampf ums Überleben. Er nutzt Erzählungen aus der Ich-Perspektive, alte Familienstücke und Archivmaterial aus Deutschland, der Schweiz und dem Jüdischen Zentrum für Geschichte in New York. So wird das jüdische Leben in Frankfurt der Unterdrückung durch die Nazis gegenübergestellt.

Produziert wurde der Film von Charles Abelmann. Er ist der Enkel von Arthur Abelmann. Charles Abelmann hat eine lange Karriere hinter sich: Er war Lehrer, Schulleiter, Bildungsexperte und arbeitete als Senior Education Specialist bei der Weltbank, bevor er zum Dokumentarfilmer wurde.

Quelle: Bad Homburg vor der Höhe – zur Originalmeldung

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