Bad Bentheim: Bundespolizei meldet hohe Zahlen an Grenze
Die Bundespolizei ist seit dem 16. September 2024 wieder verstärkt an den Binnengrenzen im Einsatz. Das gilt für ganz Deutschland, aber besonders intensiv wird in der Region Bad Bentheim (Landkreis Grafschaft Bentheim, Niedersachsen) kontrolliert, da hier der Verkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden verläuft.
Die Bilanz der Beamten ist hoch. Seit Beginn der Maßnahmen bis zum 31. Juli 2026 gab es in Bad Bentheim insgesamt 3101 Fälle von unerlaubten Einreisen oder Versuchen. Fast zwei tausend Menschen, genau 1992, durften gar nicht erst einreisen und wurden an der Grenze zurückgewiesen.
Neben den Einreisen gab es viele weitere Treffer. Die Polizei schnappte 127 Schleuser. Bei 1345 Menschen gab es eine Wiedereinreisesperre, sie durften also offiziell nicht zurückkehren. Besonders auffällig: 749 Menschen hatten noch einen offenen Haftbefehl, den die Beamten bei der Kontrolle entdeckten. Zudem wurden 90 Menschen aus extremistischen oder islamistischen Kreisen gefasst.
Ein großer Teil dieser Zahlen kam in einem kürzeren Zeitraum zustande. Zwischen dem 8. Mai 2025 und dem 31. Juli 2026 wurden allein 1950 unerlaubte Einreisen festgestellt. In dieser Zeit wurden 82 Schleuser festgenommen und 449 Menschen mit offenen Haftbefehlen gefunden. 70 Menschen aus dem extremistischen Spektrum wurden in diesem Zeitraum entdeckt.
Die Regeln für die Einreise sind mittlerweile strenger. Seit Mai 2025 können Schutzsuchende, die aus einem sicheren Drittstaat kommen, direkt an der Grenze abgewiesen werden. Da alle EU-Staaten als sicher gelten, greift diese Regelung oft. Eine Ausnahme gibt es für Menschen in Not, zum Beispiel für hochschwangere Frauen oder Schwererkrankte. Diese werden an Erstaufnahmeeinrichtungen weitergeleitet.
Die Bundespolizei betont, dass sie die Kontrollen flexibel durchführt. Mal sind die Beamten in Uniform zu sehen, mal arbeiten sie zivil. Sie sind zu Lande, zu Wasser und in der Luft im Einsatz und arbeiten dabei eng mit dem Zoll und den Polizeien der Länder zusammen. Um genug Personal zu haben, wird die Bundesbereitschaftspolizei zur Unterstützung dazugeholt.
Die Ermittlungen in den einzelnen Fällen dauern an.
Quelle: Bundespolizeidirektion Hannover – zur Originalmeldung