Ausstellung im Bundesrat zeigt Geschichte aus Bad Zwischenahn
Klaus Kaulfuss wurde 1942 in Bad Zwischenahn (Landkreis Ammerland, Niedersachsen) geboren. Die Jahre nach dem Krieg waren für seine Familie hart. Es fehlte an Wohnraum und die Eltern waren arbeitslos. Deshalb beschlossen sie 1953, das Land zu verlassen und in Australien einen Neuanfang zu wagen. Möglich wurde das durch ein Abkommen zwischen der Bundesrepublik und Australien, da das Land im Süden gezielt Arbeiter aus Deutschland suchte.
Im Februar 1954 ging es für den elfjährigen Klaus, seine Eltern und seinen Bruder in Bremerhaven an Bord der MS Fairsea. Die Überfahrt dauerte vier lange Wochen. Fast alle in der Familie waren seekrank, nur der Vater blieb verschont. In Australien fing es erst einmal schwierig an. Die Familie lebte zuerst im Aufnahmelager Bonegilla im Bundesstaat Victoria. Später zog man nach Melbourne, wo sie zwei Jahre lang in einer einfachen Wellblechhütte, einer sogenannten Nissenhütte, wohnten. Erst danach gelang der Umzug in ein eigenes Haus im Vorort North Altona.
Klaus Kaulfuss blieb dauerhaft in der neuen Heimat. Er machte die Schule, diente einige Jahre beim Militär und gründete eine eigene Familie. Heute ist er mehrfacher Großvater.
Seine Erlebnisse stehen beispielhaft für viele Deutsche in dieser Zeit. Zwischen 1952 und 1961 zogen rund 76.500 Menschen aus Westdeutschland nach Australien. Fast die Hälfte kehrte jedoch bis 1974 wieder zurück, weil die versprochenen besseren Bedingungen oft nicht eintraten.
Die Geschichte von Klaus Kaulfuss ist nun Teil einer Ausstellung im Deutschen Bundesrat. Das Deutsche Auswandererhaus aus Bremerhaven hat die Schau konzipiert. Insgesamt werden dort 16 Lebenswege aus den verschiedenen Bundesländern vorgestellt. Die Fotos und Erinnerungen der Familie Kaulfuss repräsentieren dabei Niedersachsen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Oktober 2026 zu sehen. Ein Besuch ist im Rahmen von Führungen möglich. Wer teilnehmen möchte, kann sich über die Internetseite des Bundesrates anmelden.