Arnstadt trauert um Altbürgermeister Helmut Hüttner
Arnstadt (Ilm-Kreis, Thüringen) trauert um Helmut Hüttner. Der Altbürgermeister ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
Hüttner war eine zentrale Figur für die Stadt. Nach der Friedlichen Revolution wurde er von 1990 bis 1994 als erster frei gewählter Bürgermeister eingesetzt. Das war eine Zeit des großen Umbruchs, in der er die Verwaltung neu ordnete und die Grundlagen für die heutige Selbstverwaltung der Stadt schuf.
In seine Amtszeit fallen wichtige Projekte, die das Stadtbild bis heute prägen. Er sorgte für die Neugründung der Stadtwerke sowie des Wasser- und Abwasserverbandes. Zudem wurde unter seiner Leitung das Gewerbegebiet Arnstadt-Nord erschlossen, das Theater wiedereröffnet und die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen am Kesselbrunn gebaut.
Auch nachdem er das Bürgermeisteramt 1994 verlassen hatte, blieb er der Politik treu. Ganze 30 Jahre lang, bis 2024, saß er im Stadtrat von Arnstadt. Dort galt er als sachlicher Gesprächspartner, der über Parteigrenzen hinweg geschätzt wurde.
Neben der Kommunalpolitik engagierte er sich stark für Europa. Er war Gründungsmitglied der Europäischen Akademie Arnstadt e. V. und leitete diese ab 2003 als Vorsitzender. Besonders die politische Bildung von Jugendlichen und der Europäische Schülerwettbewerb lagen ihm am Herzen. Für dieses Lebenswerk wurde er 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Bürgermeister Frank Spilling sprach seinen Mitgefühl gegenüber der Ehefrau, den Kindern und den Angehörigen aus. Er bezeichnete den Tod als schmerzlichen Verlust für die Stadt.
Quelle: Wipfratal – zur Originalmeldung