Arnstadt nimmt Abschied von Altbürgermeister Helmut Hüttner
Arnstadt (Thüringen) verliert eine prägende Figur aus der Zeit nach der Wende. Helmut Hüttner war von 1990 bis 1994 der erste frei gewählte Bürgermeister der Stadt. Er übernahm das Amt in einer Phase, in der sich politisch und gesellschaftlich alles änderte, und legte so den Grundstein für den demokratischen Neuanfang in der Stadtverwaltung.
In seine Amtszeit fallen wichtige Projekte, die das Stadtbild und die Versorgung bis heute prägen. Unter seiner Leitung wurden die Stadtwerke Arnstadt wiedergegründet und der Wasser- und Abwasserverband ins Leben gerufen. Zudem wurde das Gewerbegebiet Arnstadt-Nord erschlossen, die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen am Kesselbrunn gebaut und das Theater wiedereröffnet.
Hüttner war jedoch nicht nur während seiner Zeit als Bürgermeister aktiv. Von 1994 bis 2024 saß er im Stadtrat und brachte seine Erfahrung über drei Jahrzehnte lang ein. Er galt als sachlicher Politiker, mit dem man über Parteigrenzen hinweg reden konnte.
Neben der Lokalpolitik engagierte er sich stark für Europa. Er war Gründungsmitglied der Europäischen Akademie Arnstadt e. V. und leitete diese seit 2003. Besonders wichtig war ihm dabei die politische Bildung von Jugendlichen, was er unter anderem durch den Europäischen Schülerwettbewerb förderte. Für sein Lebenswerk wurde er 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Der aktuelle Bürgermeister Frank Spilling würdigte seinen Vorgänger als außergewöhnlichen Politiker und geschätzten Ratgeber. Er sprach seiner Ehefrau, den Kindern und den Angehörigen sein Mitgefühl aus.
Quelle: Wipfratal – zur Originalmeldung