Arnstadt: Lesung über die Zeit des Nationalsozialismus
Am Montag, den 7. September 2026, findet im Theater Arnstadt (Thüringen) eine besondere Lesung statt. Die Journalistin und Autorin Susanne Siegert ist dort um 18 Uhr zu Gast. Sie stellt ihr Buch „Gedenken neu denken“ vor. Der Eintritt für die Besucher ist kostenlos.
Siegert ist vor allem durch ihre Arbeit auf Instagram und TikTok bekannt geworden. Dort klärt sie junge Menschen über den Holocaust und die Verbrechen der Nationalsozialisten auf. Für diesen Einsatz hat sie bereits zwei wichtige Preise bekommen: den Grimme Online Award im Jahr 2024 und den Margot Friedländer Preis im Jahr 2025.
In ihrem Buch und ihrem Vortrag geht es darum, dass man nicht nur die bekannten Geschichten erzählen sollte. Siegert möchte, dass auch weniger beachtete Opfergruppen und Orte in den Fokus rücken. Außerdem stellt sie die Frage, wie man das Gedenken lebendig hält, wenn es immer weniger Zeitzeugen gibt, die selbst davon berichten können.
Ein direkter Bezug zu Arnstadt spielt an diesem Abend eine große Rolle. Es geht um das Paar Klaus und Paula Stern. Paula hatte das KZ Auschwitz überlebt, Klaus wurde 1945 aus dem Lager Mühldorf befreit. Nach dem Krieg fanden die beiden in Arnstadt wieder zusammen.
Jörg Kaps, der in Arnstadt für die politische Bildung und das jüdische Erbe zuständig ist, hat seit 2019 über die beiden recherchiert. Er hat die englischen Aufzeichnungen von Klaus Stern gefunden und sie über mehrere Jahre ins Deutsche übersetzt. Das Ergebnis ist die Broschüre „Was bleibt sind Dankbarkeit, Liebe und Mut“. Diese wird bei der Veranstaltung ebenfalls vorgestellt.
Quelle: Wipfratal – zur Originalmeldung