Annaberg-Buchholz: Historisches Glasfenster kehrt in neuen Edeka zurück
Ein bedeutendes Stück Stadtgeschichte kehrt in Annaberg-Buchholz (Sachsen) an seinen Ursprungsort zurück. Es geht um ein großes Bleiglasfenster, das früher im Verwaltungsgebäude der OPEW Annaberg GmbH hing. Das Kunstwerk ist über zwei Meter breit und mehr als drei Meter hoch. Es zeigt einen Kaufmann oder Posamentiermeister zusammen mit einer Frau, die reich geschmückt ist.
Das Fenster war in einem sehr schlechten Zustand. Die Bleiprofile waren mürbe, viele Glasscheiben hatten Risse und die Farben lösten sich ab. Über die Jahre wurden nur Notreparaturen gemacht. Deshalb wurde das Fenster zwischen Januar und Juni 2026 komplett saniert. Die Glasschleiferei Sieber aus Crottendorf übernahm die Arbeit. Die Handwerker mussten alle 15 Fensterscheiben zerlegen und die rund 1.225 Einzelteile reinigen und prüfen.
Die Restaurierung war extrem aufwendig und dauerte insgesamt 600 Arbeitsstunden. Besonders schwierig war die Glasmalerei. Einige Teile mussten bis zu viermal bei 600 Grad eingebrannt werden, damit die Farben wieder wie früher wirkten. Ein wichtiger Punkt war dabei das Gesicht von Barbara Uthmann, das möglichst originalgetreu neu gefertigt wurde. Insgesamt wurden 156 Meter neue Bleiprofile, fünf Kilogramm Lötzinn und 400 Gramm Kitt verbaut. Trotzdem konnten rund 90 Prozent der ursprünglichen Glasteile gerettet werden.
Das Fenster wird nun in den neuen Edeka-Markt Fuchs in der Bahnhofstraße 1A eingebaut. Damit bleibt das historische Zeugnis für die Öffentlichkeit sichtbar. Um das Glas zu schützen, wurde es mit Sicherheitsglas versehen. Ein spezieller Leuchtkasten im Eingangsbereich soll dafür sorgen, dass die Motive gut zur Geltung kommen.
Oberbürgermeister Rolf Schmidt und die Verantwortlichen von Edeka betonten, dass dieser Erhalt wichtig für die Verbundenheit mit der Heimat sei. Mit dem Wiedereinbau ist ein weiterer wichtiger Schritt im Bauprojekt des Marktes abgeschlossen.