Anklam: Teures Pulver gestohlen und wieder aufgetaucht
Im Juni 2026 passierte es: Von einem Firmengelände im Landkreis Vorpommern-Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) wurde Hafniumoxid gestohlen. Das ist eine chemische Verbindung in Pulverform. Die Diebe hatten das Material aus einem Container entwendet. Der Wert des Pulvers wird auf etwa ein bis zwei Millionen Euro geschätzt.
Die Kriminalpolizei in Anklam ermittelte und stieß dabei auf eine Spur nach Rumänien. Dort gibt es ein Unternehmen, das ebenfalls mit diesem Stoff handelt. Seltsamerweise bekam die geschädigte Firma schon vor der eigentlichen Anzeige ein Angebot über eine ähnliche Menge Hafnium von einem Geschäftskontakt aus Rumänien. Die Firma ließ eine Probe untersuchen. Dabei kam heraus, dass es sich um Hafniumoxid handelte. Die Zusammensetzung war so speziell, dass die Vermutung aufkam, es handele sich um das gestohlene Material.
Am 21. August 2026 kam es dann zur Lieferung. Zwei rumänische Staatsangehörige fuhren mit einem Auto auf das Firmengelände und hatten mehrere Säcke dabei. Die Beamten der Kriminalpolizei nahmen die beiden Männer vorläufig fest.
Die Polizei sicherte das Pulver und versiegelte es. Eine erste Prüfung zeigte eine typische Färbung. Auch ein spezieller Röntgentest ergab, dass das Material mit dem gestohlenen Pulver übereinstimmt. Das Auto, mit dem die Männer kamen, wurde ebenfalls beschlagnahmt und technisch untersucht. Ob das Material wirklich aus dem Diebstahl stammt, muss nun noch ein unabhängiges Institut abschließend bestätigen.
Nach aktuellem Stand vermutet die Polizei, dass die Säcke ein Teil der im Juni gestohlenen Menge sind. Die beiden Verdächtigen sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Die Ermittler suchen weiter nach dem Rest des Materials und prüfen, ob noch mehr Leute an der Tat beteiligt waren.
Ob und inwieweit sich die Verdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Polizeipräsidium Neubrandenburg – zur Originalmeldung