Aachen zeigt alten Plan der Rennbahn Brander Heide
Das Stadtarchiv in Aachen (Nordrhein-Westfalen) stellt im August 2026 ein besonderes Stück aus seinen Magazinen aus. Es handelt sich um einen Situations-Plan der Rennbahn auf der Brander Heide aus dem Jahr 1836. Der Plan zeigt im Maßstab 1 zu 10.000 die neue Streckenführung von 1835/36 und vergleicht sie mit der alten Strecke von 1834. Gezeichnet wurde das Dokument vom Vermessungsconducteur Wildt und vom Lithographen Peil. Auf dem Plan sind auch das Gut Neuenhof, Häuser der Ortschaft Freund und Gebäude in Brand zu sehen.
Die Geschichte der Pferderennen in Aachen reicht noch weiter zurück. Bereits am 15. Juli 1821 fand auf der Brander Heide ein Galopprennen nach englischem Vorbild statt. Es gilt als eines der ersten, vielleicht sogar als das erste solche Rennen in ganz Deutschland. Damals starteten sowohl echte Rennpferde als auch normale Ackerpferde. Ein englischer Stallmeister leitete den Wettbewerb, der zu Ehren von König Friedrich Wilhelm III. organisiert wurde. Sein Sohn Wilhelm, der spätere Kaiser Wilhelm I., kam als Vertreter nach Aachen.
Damals waren solche Rennen ein wichtiger Teil der Kultur und des Kurbetriebs. Die Menschen waren begeistert. Die Stadt-Aachener Zeitung schrieb 1821, dass Tausende Zuschauer die Bahn dicht umschlossen hätten. Die Menschen kletterten sogar in die höchsten Zweige der Bäume, um etwas zu sehen. Auch hunderte Wagen von Gästen aus anderen Städten waren dabei.
Nach einer Pause gab es ab 1834 wieder jährliche Rennen. Doch es lief nicht immer glatt: Ab 1841 fielen die Rennen öfter aus. Von 1846 an gab es dann für 23 Jahre gar keine Rennen mehr, bevor es ab 1869 wieder regelmäßig losging. Im Jahr 1896 stellte der Aachener Rennverein die Rennen aus verschiedenen Gründen ein. Das war die Geburtsstunde der Idee für einen „Laurensberger Rennverein“, der 1898 gegründet wurde. Daraus entstand später im Jahr 1923 der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV).
Dieser neue Verein entwickelte die Turniere schnell weiter. 1933 wurde das Aachener Reitturnier erstmals als „Concours Hippique International Officiel“ (CHIO) ausgerichtet. Zwischen 1930 und 1936 gab es zwar wieder Rennen auf der Brander Heide, allerdings nicht auf dem alten Gelände, sondern auf dem Exerzierplatz Krummerück.
Wer den Plan sehen möchte, kann dies im Foyer des Stadtarchivs am Reichsweg in einem Schaukasten tun. Das Dokument ist außerdem digital auf der Homepage des Archivs zu finden.
Quelle: Aachen – zur Originalmeldung