Aachen feiert 125 Jahre Stadtstatistik
Die Statistikstelle in Aachen (Nordrhein-Westfalen) feiert ihr 125-jähriges Bestehen. Alles begann am 23. November 1900, als die Stadtverordnetenversammlung beschloss, ein eigenes statistisches Amt einzurichten. Der damalige Oberbürgermeister Philipp Veltman hatte dies beantragt. Am 1. August 1901 nahm das Amt dann offiziell seine Arbeit auf. Geleitet wurde es von Dr. Max Mendelsohn, der zuvor bei der Handelskammer gearbeitet hatte.
Damals wuchs die Stadt schnell, und die Verwaltung brauchte feste Zahlen, um planen zu können. Das neue Amt sammelte alle wichtigen Daten der Stadt, kümmerte sich um die Wahllisten und erstellte den Verwaltungsbericht. Ab 1902 gab es dann regelmäßige Monatsberichte. Darin stand alles drin: Wie viele Menschen in der Stadt lebten, warum sie starben, wie viele Fremde die Stadt besuchten und wie hoch die Preise für Fleisch und Vieh waren. Sogar die Besuche in Theatern, Museen und Volksbädern wurden gezählt. Das Wetter wurde vom meteorologischen Observatorium beigesteuert.
Besonders modern war die damalige Arbeiterstatistik. Die Beamten schauten sich die An- und Abmeldungen bei den Krankenkassen an. So konnten sie sehen, in welchen Berufen die Leute arbeiteten und frühzeitig erkennen, wenn die Arbeitslosigkeit stieg. Bei der ersten großen Erfassung gab es dafür rund 35.000 Zählkarten und 3.070 Arbeitgeber.
Das Team war damals klein. Es gab einen Direktor, einen Sekretär und je nach Arbeit fünf bis zwölf Hilfskräfte. Trotzdem erledigten sie große Aufgaben, wie die Volkszählung 1905 oder Viehzählungen in den Jahren 1902 und 1904. Im Jahr 1904 kam zusätzlich die Rathausbibliothek dazu. Ab 1903 zog das Amt in den Verwaltungsneubau des Architekten Friedrich Pützer in der Klostergasse (heute Johannes-Paul-II-Str.). Das Gebäude war schon damals über eine Brücke mit dem Rathaus verbunden.
Heute arbeitet die Statistikstelle modern. Statt Zählkarten und Federhaltern gibt es digitale Analysen. Die Stelle versorgt die Politik, die Wirtschaft und die Bürger mit Daten zur Bevölkerungsentwicklung, zu den Schülerzahlen oder zur Bautätigkeit. Diese Auswertungen sind wichtig, damit die Stadtverwaltung richtige Entscheidungen treffen kann.
Zum Jubiläum lädt die Stadt die Menschen auf eine Reise durch die Zahlen der Kaiserstadt ein. Es geht um alles, von der Flächenveränderung bis hin zu den Zuschauerzahlen bei Heimspielen von Alemannia Aachen. Diese Reihe mit interessanten und kuriosen Fakten wird bis August 2027 regelmäßig auf der Internetseite aachen.de/statistik veröffentlicht.
Quelle: Aachen – zur Originalmeldung