A 5 bei Grünberg: LKW-Fahrer trickste mit Fahrerkarte
Am Donnerstag passierte es auf der A 5 bei Grünberg (Landkreis Gießen, Hessen). Eine Zivilstreife der Autobahnpolizei beobachtete einen polnischen Sattelzug. Der Fahrer hielt bei einem Tempo von etwa 80 km/h nur zehn Meter Abstand zum Auto vor ihm. Das war den Beamten zu riskant, also hielten sie den LKW an.
Bei der Kontrolle verhielt sich der ukrainische Fahrer seltsam. Er war extrem kooperativ und wollte das Bußgeld für den Abstandsfehler sofort bezahlen. Normalerweise diskutieren viele Fahrer in solchen Situationen erst einmal. Dieses hastige Verhalten machte die Polizisten misstrauisch.
Dann schauten sich die Beamten das digitale Kontrollgerät, den sogenannten Tachographen, an. Dabei kam der Trick ans Licht: Im Gerät waren abwechselnd die Karte des Mannes und die Karte einer Frau eingesteckt worden. Die Frau war zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht mehr im Wagen. Der Fahrer behauptete, sie sei bereits ausgestiegen und mit einem anderen LKW Richtung Italien gefahren.
Die Auswertung der Daten zeigte ein erschreckendes Bild. Der Mann war in zehn Tagen insgesamt 91 Stunden am Steuer und fuhr über 6.500 Kilometer. In dieser Zeit hatte er nur ein einziges Mal neun Stunden Pause gemacht. Die vorgeschriebene wöchentliche Ruhezeit gab es gar nicht. Zum Vergleich: Normalerweise darf ein Fahrer in einer Woche maximal 56 Stunden lenken.
Die Polizei vermutet, dass der Mann die Karte der Frau benutzt hat, um seine eigenen Arbeitszeiten zu verstecken. Die Karte der Frau wurde im LKW nicht gefunden. Der Fahrer musste die fehlenden Ruhezeiten sofort vor Ort nachholen und durfte erst danach weiterfahren. Ein Unfall passierte zum Glück nicht.
Jetzt ermittelt die Polizei wegen Fälschung beweiserheblicher Daten. Wenn sich der Verdacht bestätigt, drohen dem Fahrer und seinem Chef hohe Geldstrafen im unteren fünfstelligen Bereich. Ob der Mann die fremde Karte tatsächlich benutzt hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle – zur Originalmeldung